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Das Sankt Gertrauden-Krankenhaus in Berlin-Wilmersdorf wurde im Jahr 1930 im Auftrag der Katharinenschwestern erbaut. Mit aktuell rund 20.000 stationären sowie mehr als 50.000 ambulanten Behandlungen leistet es einen wesentlichen Beitrag zur medizinischen Versorgung im Großraum Berlin.

Modernisierung der OP-Räume

Der Anspruch des Sankt Gertrauden-Krankenhauses lautet, seinen Patienten eine medizinische Behandlung auf höchstem Niveau zu bieten. Gleiches gilt für die Ausbildung des medizinischen Fachpersonals. Der Ausstattung des Operationssaal-Bereiches kommt daher eine besondere Bedeutung zu. Denn neben modernster medizinischer Apparatur muss auch die installierte Gebäudetechnik heutigen Anforderungen genügen. Angesichts dieser Ansprüche bestand im OP-Bereich des Sankt Gertrauden-Krankenhauses Handlungsbedarf. Neben der Modernisierung der haustechnischen Ausstattung, wie den Abwasser-, Wasser-, Gas- und Stromanlagen sowie der Lufttechnik und der Wärmeversorgung, musste insbesondere auch die vorhandene Medientechnik komplett den aktuell geltenden Vorschriften angepasst werden.

(1) Aufgrund hoher technischer Anforderungen bestand im OP-Bereich des Sankt Gertrauden-Krankenhauses Modernisierungsbedarf. Dank des Einsatzes von Heizelementen spart die Einrichtung ab sofort sowohl Energie als auch Platz ein
(2) Krankenhaus-Modernisierung in Berlin: Im Vergleich zu herkömmlichen Heizverteilungssystemen mit Konvektoren ergibt sich dank der Unitherm-Heizelemente eine Energieersparnis von bis zu 60 Prozent

Robuste und platzsparende Lösung gefordert

Der zentrale OP-Bereich umfasst insgesamt 7 Operationssäle, die sich auf zwei Geschossebenen verteilen. Der Betreiber entschloss sich, als erstes die fünf Operationsräume in der dritten Ebene sanieren und modernisieren zu lassen. Angesichts der relativ beengten Raumverhältnisse im OP-Bereich war dabei für die neue Wärmeversorgung eine besonders effiziente Lösung gefordert. In Abstimmung mit dem Auftraggeber entschieden sich die Planer für eine Wandflächenheizung. In Ziegellanglochplatten installierte Rohre sind das Herzstück dieser Heizelemente. Die Möglichkeiten des gewählten Systems (Carrobric-Ziegelplatten, Ziegelwerk Wöhrl) wurden bei diesem Objekt jedoch nicht komplett ausgereizt. So wurde auf Wunsch des Auftraggebers auf eine mögliche Nutzung der Elemente zur Kühlung der Räume verzichtet.

Sicher und energieeffizient

Grundgedanke ist wie bei allen Wandheizungen der Verzicht auf den zusätzlichen Wärmeträger Luft. Neben der Entkopplung zum Außenklima lässt sich die Wand direkt mit wärmendem, beziehungsweise kühlendem Wasser temperieren. Ein wesentlicher Vorteil ist, dass die Oberflächen- Temperaturdifferenz zwischen Wandheizung und Raumluft weniger als fünf Grad Celsius beträgt. Durch die große Übertragungsfläche muss nicht – wie bei traditionellen Heizkörpern – eine besonders starke Erwärmung der Heizelemente erfolgen.

Beeindruckend ist insbesondere im Zusammenwirken mit Wärmepumpen auch die erzielbare Energieeffizienz. Im Vergleich zu herkömmlichen Heizverteilungssystemen mit Konvektoren ergibt sich eine Ersparnis von bis zu 60 %. Im Vergleich zu Fußbodenheizungen beträgt die Verringerung des Energieverbrauchs je nach Objekt noch etwa 40 bis 50 %.

Ein weiterer Pluspunkt ist die über die Wandfläche verteilte gleichmäßige und als besonders angenehm empfundene Strahlungswärme. Zugleich verhindern Wandheizungen auch Staubaufwirbelungen. Die gewählten Ziegel-Heizelemente können außer in Wänden problemlos auch in Decken oder Fußböden integriert und mit unterschiedlichen Baustoffen kombiniert werden.

Wandheizung: Sankt Gertrauden-Krankenhaus, Berlin

Verblendschale Innenseite AußenwandCarrobric-Ziegelplatten
(gefüllt und ungefüllt)
Eingebaute Heizelemente85 m2 Unitherm-Flächenheizung
Anbieter UnithermUnipor-Ziegel-Gruppe, München
HerstellerZiegelwerk Wöhrl, Wolfersdorf
Baukosten190.000,- €
Um- und Einbauzeit aller OP-RäumeAnfang 2015 bis Mitte 2016

Das Sankt Gertrauden-Krankenhaus stellt hohe Anforderungen an Technik und Platz im OP-Bereich: Um diesen zu entsprechen, wurden nun fünf der sieben Operationssäle mit modernen Wandheizsystemen ausgerüstet

Individuell vorgefertigt

Planung und Einbau der Elemente erfolgten nach bewährtem Schema: Im ersten Schritt wird die erforderliche Wärmeleistung sorgfältig nach den objektspezifischen Vorgaben berechnet. Anschließend legen die Planer Anzahl und Formatgröße der Heizelemente sowie ihre Verteilung fest. Vorrangig wurden hier auf insgesamt 85 Quadratmeter drei Standard-Segmente (66 mal 50 Zentimeter) zu einem Heizelement mit der Länge von 1,98 Meter zusammengefasst. Bei der Vorfertigung der Elemente im Werk werden die Ziegelplatten (fünf Zentimeter Dicke) dann mit Heizrohren (hier Roth Systemrohr x-Pert S5+) schleifenartig belegt und zweiseitig mit Rundstahl armiert. Die Verfüllung der einzelnen Segmente erfolgte mit verdichtetem Spezialmörtel.

Die Verarbeiter achteten darauf, dass beim Versetzen im Dünnbettverfahren die aus den Elementen herausragenden Rohre nicht geknickt oder gequetscht wurden. Außerdem musste seitlich ausreichend Spielraum für den Anschluss an die Vor- und Rücklaufleitungen berücksichtigt werden.

Der abschließende Anschluss an das Fernwärmesystem unterschied sich vom Prinzip her nicht von einer herkömmlichen Heizung. Nach der Vermörtelung der Anschlussbereiche ergab sich eine geschlossene Wandoberfläche mit homogenem Putzuntergrund. Eine Steuerung der Wandheizung per Fernbedienungs-Tableau rundete das innovative Heizkonzept ab.

Kurze Einbauzeiten

Da der Operationsbetrieb möglichst unbeeinträchtigt weiterlaufen musste, erfolgte die Modernisierung der fünf Operationssäle abschnittsweise. Die Baubeteiligten waren mit der Installation der neuen Heizung sehr zufrieden. Mit der Planung wurde das mit der Sanierung von Krankenhäusern erfahrene Berliner Ingenieurbüro Genius beauftragt.

Dipl.-Ing. Hans-Gerd Heye / dako pr corporate communications, Agentur für Öffentlichkeitsarbeit GmbH, Leverkusen

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