Ein Keller lässt sich auf vielfältige Weise nutzen, ob als Büro, Hobby- oder Sportraum. Voraussetzung ist allerdings, dass das Raumklima stimmt. Jedoch herrschen besonders in älteren Gebäuden oftmals eher klamme Bedingungen im Untergeschoss. Verantwortlich dafür sind häufig die meist sehr niedrigen Temperaturen an Außenwände und Bodenplatte und die daraus resultierende Kondensatfeuchte. Im schlechtesten Fall können Möbel, Textilien oder auch Bücher mit der Zeit Stockflecken bekommen oder es breitet sich Schimmel aus. Grundsätzlich lassen sich feuchte Keller durch bauliche Maßnahmen trockenlegen, doch dies ist mit viel Aufwand und entsprechend hohen Kosten verbunden.

Solarlüftung

Eine einfache und in vielen Fällen sehr wirksame Alternative stellt eine nachrüstbare Solarlüftung dar. Sie transportiert mit der Kraft der Sonne vorgewärmte Luft in den Keller und ins Gebäude – und befördert im Gegenzug Feuchtigkeit nach außen. Der Kollektor läuft, wann immer die Sonne scheint. Die Nachrüstung ist unkompliziert und in so gut wie jedem Gebäude möglich. 

(1) Solare Kellerlüftung – Funktionsprinzip
(2) Fassade mit Lüftungskollektoren (Wohnhaus Familie Kaperali) | copyright Grammer Solar
(3) Über das Deckenrohr gelangt solar vorgewärmte Luft in den Keller
(4) Funktionsprinzip eines Lüftungskollektors (hier: Twinsolar compact, Grammer Solar)
Quelle und Copyright: Grammer Solar, Amberg

Fallbeispiel

Judith und Peter Kapelari etwa kennen das Problem feuchter Kellerräume zur Genüge. “In unserem Wohnhaus musste bisher fast das ganze Jahr die Ölheizung laufen, um die Kellerräume auf wohntaugliche Temperaturen zu bringen”, berichtet Peter Kapelari. Mit der Nachrüstung einer Solar-Luft-Anlage hat sich das Problem im wahrsten Sinn des Wortes in Luft aufgelöst. “Bereits nach wenigen Tagen betrug die Raumtemperatur in den Kellerräumen nicht mehr 14 bis 16 Grad, sondern wohlige 21 bis 22 Grad, bei einer Luftfeuchtigkeit von 57 Prozent”, erklärt der Hausbesitzer. Ebenso wichtig ist, dass auch die Wandtemperatur um etwa fünf Grad angestiegen ist – somit schlägt sich hier keine Luftfeuchtigkeit mehr nieder.

Zu diesem Zweck macht sich die Solarlüftung in doppelter Hinsicht die Energie der Sonne zunutze. In einem Luftkollektor wird die Außenluft erwärmt. Zudem liefert eine Photovoltaikzelle den Strom für einen Ventilator, der die erwärmte Luft mit 40 bis 50 Grad ins Haus einträgt. “Die warme Luft verteilt sich bestens, ein Zuheizen in der Übergangszeit ist nicht mehr notwendig”, erklärt Peter Kapelari weiter. Dabei ist die Installation der Kollektoren unkompliziert, da kein Anschluss ans Stromnetz erforderlich ist. 

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Literaturtipps:

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  1. Ich sehe da ein Problem. Wenn ich im Sommer warme Luft in den Keller blase und die sich da notgedrungen abkühlt, geht mir die (relative) Luftfeuchtigkeit durch die Decke.
    Oder hab’ ich da was übersehen?

    Johannes

    • Ihre Frage ist auf den ersten Blick berechtigt. Der von Ihnen beschriebene Effekt trifft in einem kühlen Keller mit kalten Oberflächen (Kellerwände, Boden, Decke…) zu, allerdings nur für kurze Zeit.
      Warme Luft trocknet besser als kalte Luft. Ein Luftkollektor an der Außenseite des Hauses erwärmt mit Hilfe der Sonnenstrahlen kräftig die Außenluft. Dadurch kann sie viel mehr Feuchtigkeit aufnehmen. Der trockene Luftstrom nimmt die Feuchtigkeit von den Oberflächen und der Raumluft und transportiert sie nach außen. Der Kollektor läuft, wann immer die Sonne scheint und trocknet so den Keller.
      Der regelmäßige Warmluftstrom erwärmt zudem relativ schnell die Oberflächen (z.B. von 14 °C auf 21 °C), dadurch gibt es auch keine Tauwasserprobleme mehr.
      Gut vergleichbar ist die Gesamtsituation im Keller mit einem angelaufenen Badspiegel, den man mit einem Fön schnell trocken föhnen kann.
      Ergänzende Infos finden Sie auf den Internetseiten des Luftkollektor-Herstellers Grammer Solar: https://kellerlueftung.twinsolar.info

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