ANTWORT

Ja, davon ist auszugehen. Durch den Austausch von Fenstern verändert sich das Zusammenspiel aufeinander abgestimmter Bauteile. Durch die neuen besser gedämmten und zudem dichteren Fenster kondensiert das Wasser aus der Raumluft nicht mehr an den vormals kalten Fensterscheiben, sondern an anderen kalten Bauteilen (Kondensatverschiebung). Dies sind oft z.B. Wandecken, sogenannte geometrische Wärmebrücken. Die dunklen Flecken sind Vorboten von Schimmelpilzwachstum.

Bild: AdobeStock, andrei310

Aus diesen Gründen gibt es eine eingeführte technische Baubestimmung in der DIN 4108-2. Hier wird ein Mindestwärmeschutz der Außenbauteile zur Vermeidung von Innenkondensat durch Temperaturunterschreitungen gefordert. Gefordert wird hier, die Oberflächentemperaturen an den Bauteilen so anzuheben, dass der Taupunkt (Kondensationspunkt) die Temperatur an der Wandoberfläche nicht unterschreitet. Sobald Fenster ausgetauscht werden, sollte diese Forderung besonders beachtet werden. Die Außenwände wurden zwar zum Zeitpunkt des Hausbaus nach dem Stand der Technik erstellt, jedoch nach Einbau der neuen Fenster reicht deren Wärmedämmung nicht mehr aus und der Taupunkt wird auf die nächst kühleren Bauteiloberflächen verlagert. Um diesen Vorgang zu kompensieren, muss nun z.B. durch Außendämmung die Wandoberflächentemperatur angehoben werden oder zumindest zur Reduktion der Raumluftfeuchte mehr aktiv gelüftet werden. Die neuen Fenster führen durch ihre besseren Dichtungen zu einem deutlich schlechteren natürlichen Luftwechsel und damit zu einer höheren Luftfeuchtigkeit und zu einer höheren Konzentration von Kohlendioxid und ggf. auch anderen Schadstoffen, die z.B. aus Baustoffen und der Einrichtung emittieren können. 

Zur Messung von Oberflächentemperaturen, Luftfeuchtigkeit und Kohlendioxid gibt es heute preiswerte digitale Messgeräte.Ich rate Ihnen, sich mit Sachkundigen in Verbindung zu setzen, die sich vor Ort ein genaueres Bild machen und Sie beraten, zumal Schimmel nicht nur unschön ist und Bausubstanz zerstört, sondern auch ihre Gesundheit gefährden kann.

Ich rate Ihnen, sich mit Sachkundigen in Verbindung zu setzen, die sich vor Ort ein genaueres Bild machen und Sie beraten, zumal Schimmel nicht nur unschön ist und Bausubstanz zerstört, sondern auch ihre Gesundheit gefährden kann.

Diese Frage beantwortete Ihnen Detlef Blöbaum, Baubiologe IBN, Sachverständiger und Gutachter in 32549 Bad Oeynhausen

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