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ANTWORT

Zur Bekämpfung gibt es einige ungiftige Hausmittel, die je nach Stärke des Befalls bzw. der Situation vor Ort mehr oder weniger gut helfen können. Das Ausstreuen von z. B. Kieselgur-Pulver bzw. Zimt kann schon zum Ziel führen.

Auch das Aufstellen von Mischungen z. B. aus Lavendelöl und Olivenöl (1:10), bzw. alternativ aus 0,5 l Wasser, 5 Esslöffel Zucker und 2 Esslöffel (Instant)-Hefe soll wirken. Bei einem größeren Befall kommt man damit jedoch leider meist nicht weiter.

Dann ist es erforderlich, die Ameisennester zu suchen und zu entfernen. Möglich ist dies durch Ausgraben und Wegbringen oder alternativ fluten mit kochend heißem Wasser (am besten spät abends oder früh morgens, wenn die Ameisen noch im Nest sind).

Alternativ oder ergänzend kann auch versucht werden, in der Nähe der Nester umgedrehte, mit Holzwolle ausgestopfte Blumentöpfe aufzustellen. Mit etwas Glück siedeln die Ameisen in die warmen trockenen Töpfe um; anschließend die Blumentöpfe mindestens 30 Meter zum alten Standort versetzen.

Sind die Ameisen entfernt, sollten Sie Ihren Terrassenbereich genauer in Augenschein nehmen. Ameisen bevorzugen als Nistplätze trockene, durch Sonne gewärmte Bereiche in Bodennähe. Ideal sind z. B. Pflasterplatten mit offenen Fugen im Sandbett, aber auch Risse im Mauerwerk. Schließen Sie solche Fugen soweit möglich, um die Wiederansiedlung zu erschweren.

Und machen Sie in Zukunft öfter Kontrollgänge, um mit den oben genannten „sanften“ Methoden den Anfängen zu wehren.

Diese Frage beantwortete Ihnen Josef Frey
Institut für Baubiologie + Nachhaltigkeit IBN

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  1. Liebes Team vom „baubiologie magazin“, zunächst einmal ein großes Lob für Ihre hervorragende Arbeit.
    Natürlich ist es evtl. möglich, dass die von Ihnen vorgestellten Mittel wirken. In aller Regel sollte aber in einem ersten Schritt eine Bestimmung der Tiere erfolgen, sodass gezielt gearbeitet werden kann. Ich persönlich arbeite am liebsten mit mechanischen Maßnahmen oder „Gegenspielern“, welche die Bewohner nicht stören, aber natürliche Feinde in das Ökosystem vor Ort einbringen.
    Mit Kieselgur würde ich auf keinen Fall im Außenbereich arbeiten. Kieselgur ist zwar nicht gesundheitsschädlich für uns Menschen, aber für andere „nützliche“ Insekten, wie z. B. Bienen und Hummeln.
    Eine kleine Geschichte am Rande: Wegen eines starken Fliegenbefalls in einer denkmalgeschützen Kirche wurde ich um Hilfe gebeten. Vom zuvor angefragten Schädlingsbekämpfer hatte man aus Angst um die Wandgemälde Abstand genommen. Er hatte telefonisch die Diagnose „Blockfliege“ gestellt und eine Insektizid-Kombination aus Pyrethroiden zur Bekämpfung vorgeschlagen. Ich konnte feststellen (Rückenhaare zählen, Flügeladerung, …), dass es sich dabei nicht um Blockfliegen, sondern um Fliegen der Musca-Familie handelte, die zu rund 90 % resistent gegen diese Insektizide sind. Natürlich haben in der Baubiologie empfohlene Mittel meist weniger ungesunde Auswirkungen (außer z. B. wie das oben beschriebene Kieselgur), können aber auch wirkungslos sein, weil sie nicht zum Insekt passen. Nicht alle Ameisenarten lieben „Zuckerkram“, es gibt auch fleischfressende Arten … Und natürlich muss auch immer der Artenschutz bedacht werden: So kann das Entfernen von Ameisennestern – je nach Art – schlicht gesetzeswidrig sein. Ich biete die Bestimmung von Insekten und dem dazugehörigen „Minimierungsplan“ an. Natürlich gehören dazu dann auch genaue Ortsbeschreibungen mit Bildern (oder noch besser Ortsbegehungen), damit die Ursachen auch unterbunden werden können.

    Baubiologische Beratungsstelle IBN – Mehr erfahren

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