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Wer sich ernsthaft mit der Frage „Heizen mit Strom“ umtreibt, kann eigentlich nur Mineralöl-, Erdgas- oder Kohleaktivist sein, also ein Gegner zukunftsorientierter Energiepolitik, wie die Grafik des derzeitigen Primärenergieverbrauchs zeigt.

Grafik: Primärenergieverbrauch in Deutschland 2019: 12.815 PJ | Anteile in Prozent (Vorjahreszeitraum in Klammern)

Wärmestrahlung ist kein elektrisches Phänomen

Es ist die Wärmestrahlung, die vom Menschen am ehesten als thermisch behaglich empfunden wird. Das Wirkprinzip der Wärmestrahlung obliegt aber keineswegs alleine der elektrischen Energie, sondern schlichten physikalischen Grundlagen der Thermodynamik, die für jeden temperierten (Masse-) Körper gelten. Entscheidend ist die Temperaturdifferenz, woraus die Richtung des Wärmestroms zwischen einer Heizfläche und dem Sender/Empfänger Mensch resultiert.

Bei einer wassergeführten Flächen- oder Bauteiltemperierung ist der solare Deckungsanteil ungleich höher, als er mit Photovoltaik(PV)-Strom jeweils erreicht werden kann. Es ist unsere mitteleuropäische Klimazone, welche der Mär von der PV-Heizung schon im Ansatz die Luft abwürgt und weit über die Unseriösität hinaus als betrügerisch oder zumindest inkompetent bezeichnet werden kann, wie alleine schon die Grafik der PV-Erträge auf dem Dach des Institut für Baubiologie + Nachhaltigkeit IBN eindrücklich zeigt (PV-Erträge 2019: Januar = ca. 150 kWh, Juni = ca. 1.000 kWh). Realistisch betrachtet ist elektrische Energie viel zu kostbar und auch viel zu aufwändig zu speichern, als damit zwei Drähte zum Glühen zu bringen, bis es warm wird. Die Menschen sollten also aufhören, über so einen Schwachsinn wie Heizen mit Strom zu diskutieren. Strom ist Kraft und Kraft braucht der moderne Mensch für Beleuchtung, Automation, Mobilität und für so manche Arbeit, die er selbst nicht mehr machen will oder kann. Man sollte sich unbedingt genau überlegen, für was man Strom braucht. Allein aus diesem Grund ist die Ermittlung spezifischer Lastprofile für den Strombedarf von Gebäuden unerlässlich.

Grafik: Stromertrag Photovoltaikanlage 2019, Institut für Baubiologie + Nachhaltigkeit IBN

Wassergeführte Zentralheizungssysteme nutzen nicht nur den Energie- und Informationsträger Wasser als Medium zum Speichern, Verteilen und Übertragen, sondern sie besitzen bauteilintegriert grundsätzlich einen Doppelnutzen, was eine sehr energieeffiziente Temperierung des Innenraums über das gesamte Jahr hin ermöglicht. Und das ist es, wohin die Reise gehen sollte. Wo der klassische Heizkörper lediglich eine ergänzende, oder vielleicht auch raumgestalterische Funktion besitzt, wird es die bauteilintegrierte Wärmeübertragung z.B. einer Wandheizung sein, die entsprechend der Jahreszeit die Wärmeströme zwischen Bauteil und Raum umkehrt.

Paradigmenwechsel Warmwasser

Geringe Warmwassermengen, die zu den unterschiedlichsten Zeiten benötigt werden, können mit elektrisch betriebenen Durchlauferhitzern durchaus effizient betrieben werden. In Kombination mit einer gebäudeeigenen PV-Anlage sollte man aber eher die Boiler-Variante wählen. Einerseits, um die elektrische Last, die ein Durchlauferhitzer braucht, deutlich zu reduzieren, andererseits, um den erforderlichen Strom jederzeit verfügbar zu haben, aber auch, um Wasser quasi als „Stromspeicher“ zu verwenden, nachdem der Strom in Wärme (Warmwasser) umgewandelt wurde.

Im Lastprofil werden die extremen Unterschiede von Boilern und Durchlauferhitzern deutlich und zeigen sehr schnell die Grenzen einer Abdeckung mit PV-Strom auf. Es ist die Kombination aus solarem Stromertrag und Wärmebereitstellung (Speicherung thermischer Energie) im Sommer, welche die Voraussetzung für einen maximalen Eigenstromanteil in der Warmwasserbereitung maßgeblich bestimmt. Eine deutliche Effizienzsteigerung kann mit einer Warmwasser-Wärmepumpe betrieben werden. Ob zentral oder dezentral, kann diese auch Abluft als Wärmequelle nutzen und in das Lüftungskonzept integriert werden.

Ein weiterer Irrglaube ist zu meinen, sich zwischen Solarthermie oder Photovoltaik entscheiden zu müssen. Wie im Interview mit dem Baubiologischen Gebäude-Energieberater IBN Stefan Schön über das nachhaltige Bauen ausführlich beschrieben wird, macht durchaus der parallele Gebrauch beider Technologien Sinn, vor allem dann, wenn man die spezifischen Vorteile der unterschiedlichen Technologien optimierend einsetzt.

In welchen Fällen macht Heizen mit Strom Sinn?

Um es gleich vorwegzunehmen: Strom als Energiequelle für die Temperierung von Gebäuden und Räumen sollte nur in Ausnahmefällen genutzt werden, z. B. dort, wo aus baulichen Gründen eine wassergeführte Heizfunktion entweder nicht möglich, unverhältnismäßig, oder zu aufwändig ist. Wie die Begrifflichkeit „Temperierung“ schon andeutet, empfiehlt sich die „Stromheizung“ also keineswegs zur Abdeckung einer vollen Heizlast. Wichtig ist, dass bereits im Vorfeld anhand der absehbaren Nutzungszeiten ein Nutzungs- und Lastprofil erstellt wird. Dies ganz besonders, wenn man sich ernsthaft und seriös mit dem Thema Photovoltaik und Eigenverbrauch beschäftigt.

Elektrische Ergänzungsheizungen

In folgenden Ausnahmefällen kann über eine Beheizung mit Strom nachgedacht werden: abgelegene Räume, die nur gelegentlich genutzt werden, z. B. ein Hobby- oder Gästeraum / Nebengebäude oder Anbau, wofür die Herstellung einer wassergeführten Wärmeübertragung zu aufwändig, nicht möglich bzw. die Leitung länger als 15 Meter wäre / als Übergangslösung für Gebäude oder Räume, die in naher Zukunft abgerissen oder saniert werden / Gebäude mit wirklich sehr geringem Heizbedarf (z. B. in einem Passivhaus ) in Kombination mit einer Wärmepumpe und Strom aus erneuerbaren Energiequellen. Bei der Auswahl elektrischer Heizgeräte ist neben dem zu ermittelnden Lastprofil immer auf folgende Leistungsdaten zu achten: elektrische Leistungsaufnahme in W (Watt), der bei Betrieb notwendige Nenn-Strom in A (Ampere), sowie die daraus resultierende Anschlussspannung in V (Volt). Bezüglich Stromverbrauch ist es ein oft unterschätzter großer Unterschied, ob 230 V/50 Hz oder gar 400 V/50 Hz notwendig sind.

Elektrische Fußbodentemperierung

Im Rahmen von Modernisierungsmaßnahmen wird häufig eine elektrische Fußbodentemperierung eingebaut, da diese im Vergleich zu einer wassergeführten Fußbodenheizung weniger Bodenaufbauhöhe benötigt. Diese wird zwischen Estrich und Fliesen in den Fliesenkleber eingearbeitet und über einen Raumthermostat an der elektrischen Unterverteilung (Sicherungskasten) angeschlossen. Allerdings kann damit selten die Heizlast abgedeckt werden, schon gar nicht aus Sicht der Wirtschaftlichkeit. Sie dient also i. d. R. lediglich dazu, den Fußboden im Badezimmer zu temperieren und damit den Wärmekomfort zu erhöhen. Fußbodenbeläge, wie z. B. Holz, Kork oder dicke Natursteinbeläge haben einen höheren Wärmeleitwiderstand und verursachen deshalb einen höheren Stromverbrauch. Nicht zu unterschätzen ist auch die dadurch verursachten elektrischen Felder.

Handtuchheizkörper

Großer Beliebtheit erfreuen sich sog. Handtuchheizkörper. Deren zusätzliche Einschub-Heizkörper haben eine elektrische Leistung von ca. 600 Watt. Sie können auch während der Übergangszeit oder an kalten Tagen im Sommer in Betrieb genommen werden, ohne die Heizungsanlage anzuschalten.

Um auf einen separaten Heizkreis nur für einen Heizkörper verzichtet zu können, werden sie i. d. R. über den Fußbodenheizkreis einer wassergeführten Heizungsanlage mit angeschlossen. Auf diese Weise kann auch bei nicht ausreichenden niedrigen Vorlauftemperaturen die Heizkörpertemperatur mit dem elektrischen Einschub-Heizkörper erhöht werden.

Allerdings gibt es diese bivalente Kombination seit 2018 nicht mehr, da die Eco-Design-Richtlinie eine separate Regelung in Kombination mit einer Zeitschaltuhr verlangt, um einen übermäßigen Strombedarf zu verhindern.

Heizen mit Photovoltaik?

Anbieter von strombetriebenen Heizungen werben häufig damit, dass diese wirtschaftlich und umweltfreundlich betrieben werden können, soweit man Strom von einem Ökostromanbieter oder z. B. einer Photovoltaikanlage nutzt. Allerdings ist dies in Mitteleuropa mit oft sehr geringen Sonnenstunden während der Heizperiode nicht einmal theoretisch möglich, wie z. B. die durchaus repräsentative Ertragsbilanz der Photovoltaikanlage des IBN-Gebäudes in aller Deutlichkeit zeigt (siehe Grafik oben).

Der Anteil von „Ökostrom“, also Strom aus erneuerbaren Energiequellen lag 2019 bei insgesamt ca. 40 %. Unter nachhaltigen Gesichtspunkten ist das Heizen mit Strom deshalb Vorort nur in Ausnahmefällen vertretbar. Prozentuale Anteile der Bruttostromerzeugung in Deutschland 2019:
Braunkohle 19 % | Erdgas 15 % |Kernenergie 12 % | Steinkohle 9 % | Windenergie onshore 17,0 % | Windenergie offshore 4 % | Wasserkraft 3 % | Biomasse 7,0 % | Photovoltaik 7 % | Hausmüll 1 % | übrige Energieträger 4 %.
Quelle: Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen e.V.

Heizen mit Wärmepumpe?

Eine Wärmepumpe benötigt nur den dritten bis vierten Teil an elektrischer Leistung in Bezug zur Nenn-Wärmeleistung, was einen sehr deutlichen Unterschied zur elektrischen Direktheizung macht, bei der die elektrische Leistungsaufnahme der Nenn-Wärmeleistung entspricht. Hierzu folgendes Beispiel für ein durchschnittliches Einfamilienhaus: Bei einer benötigten Nenn-Wärmeleistung von 10 kW beträgt die Leistungsaufnahme einer erdgekoppelten Wärmepumpe kaum mehr als 3 kW, hingegen die Leistungsaufnahme von z. B. elektrischen Heizplatten 10 kW. Bezogen auf eine Jahres-Betriebszeit von 2.000 Stunden bedeutet dieses Szenario eine jährliche elektrische Leistungsaufnahme von 20.000 kWh bei einer elektrischen Direktheizung und 6.000 kWh bei einer elektrischen Wärmepumpe. Bei einem Strompreis von 0,30 €/kWh entspricht dies jährlichen Stromkosten von 6.000 bzw. 1.800 €.

Ersatz von Einzelraumöfen

Es gibt noch Altbauten mit Einzelraumöfen (Holz, Gas oder Öl). Selbst in diesen Fällen macht es im Sinne der Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit nur in den beschriebenen Ausnahmefällen Sinn, sie vollständig gegen einzelne Strom-Heizflächen oder elektrische Heizkonvektoren auszutauschen.

Fazit

Wer mit Strom heizen will, sollte als erstes wieder alle Atomkraftwerke in Betrieb nehmen und im Übermaß Kohle abbauen und verbrennen. Wer das aber nicht will – und das ist bekanntlich die große Mehrheit der Bevölkerung – der heizt möglichst nachhaltig. Und nachhaltig bedeutet in diesem Zusammenhang auch optimale bauliche Bedingungen, denn es ist nicht primäre Aufgabe der Haustechnik, bauliche Unzulänglichkeiten (Wärmeschutz, Hitzeschutz, klimaaktive Vegetationsflächen etc.) zu korrigieren.

Bei der Fragestellung „Heizen mit Strom“ ist im individuellen Anwendungsfall zu differenzieren, ob der gesamte Wohnbereich oder nur einzelne Bereiche temporär elektrisch beheizt werden sollen. In aller Regel ist eine wassergeführte Heizungsanlage zu favorisieren, im Idealfall in Kombination mit effizienter und nachhaltiger Solarthermie. Dennoch können elektrische Heizsysteme unterstützend integriert werden. Allerdings muss in diesen Fällen seit 2018 die Eco-Design-Richtlinie beachtet werden, die in diesem Zusammenhang eine „energieeffiziente und wirtschaftliche Betriebsweise von elektrischen Heizsystemen“ verlangt.

Berücksichtigt werden sollte auch, dass alle strombetriebenen Heizungen mehr oder weniger Elektrosmog verursachen (vgl. Infokasten). Insbesondere im Umfeld von sog. Daueraufenthaltsbereichen (z. B. Arbeitsplatz, Sofa, Bett) sollte deshalb ein ausreichend großer Abstand von etwa 1–2 m eingehalten oder noch besser messtechnisch ermittelt werden.

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Quelle: Erstveröffentlichung Wohnung+Gesundheit 164 und 165, aktualisiert

Leser-Interaktionen

Ihre Meinung ist uns wichtig

  1. Auch wir produzieren seit über 20 Jahren Flächenheizungen (Wand, Boden und Decke) und haben sehr viel Erfahrung in diesem Bereich. Sowohl als elektr. auch als wasserführende Infrarotheizung.

    Beides kann Sinn machen, man muss sich die Details anschauen. Gerade im Deckenbereich spielt für uns die Oberflächentemperatur eine Rolle, diese sollte nicht zu hoch sein, da die Infrarotheizung sonst schnell als unangenehm empfunden wird. Ähnlich ist das bei einer Fußbodenheizung.

    Wir erleben heute, dass gerade der Neubau einen kleinen Heizbedarf hat, zum anderen wächst – leider auch durch den Klimawandel bedingt – der Wunsch nach Kühlung. Das lässt sich nur mit einem wassergeführten System erfüllen.

    Im Altbau ist der Wärmebedarf oft sehr groß, auch hier macht eine elektr. Heizung im Gegensatz zu einer wassergeführten Heizung meiner Meinung wenig Sinn.
    Und nochmals im Winter fehlt Energie aus erneuerbaren Quellen!

  2. Ich frage mich, ob es, wie bei einem Infrarot Deckenheizelement, gut ist, wenn hauptsächlich der Kopf erwärmt wird? Die Wärmenergiebewegung von oben nach unten scheint mir nicht richtig.
    Das hat natürlich nichts mit Physik zu tun. Ich würde dennoch gerne sinnlich erfahren, ob da ein Unterschied festzustrellen ist.

    • Die Sonne ist auch über uns. Diese Wärme wird im Allgemeinen als angenehm empfunden, bis auf die wenigen zu heißen Sommertage.
      Die Deckenheizung sollte allerdings nicht unter 2,3 m sein. In einem temperierten Raum ist die Wärmestrahlung von der Decke kaum zu spüren, da alle Bauteile temperiert sind. Sogar der Fußboden. So, unsere langjährige Erfahrung, ist der erwärmte Fußboden durch eine Deckenheizung besser als eine Fußbodenheizung. Das spüren in erster Linie Menschen mit Venenproblemen. Weiterhin wird durch eine Fußbodenheizung immer der Feinstaub (mit Sporen usw.) nach oben gewirbelt. Das ist wieder für unsere Atemorgane schlecht. Die Menschen empfinden das als zu trockene Heizungsluft.

    • Unter bestimmten Bedingungen – z.B. bei sehr geringem Heizenergiebedarf, entsprechend geringen Oberflächentemperaturen von ≤ 32 °C sowie ausreichender Deckenhöhe von ≥ 2,6 m (siehe auch DIN E 1264 und DIN EN ISO 11855) – sind Deckenheizungen eine akzeptable Lösung.
      Aber bitte noch mal: In diesem Beitrag geht es vorrangig um das Thema, ob das Heizen mit Strom beim aktuellen Energiemix sinnvoll ist.

  3. Es ist doch erstaunlich, welche kontroversen Meinungen es im Zirkel der Baubiologen bzw. der daran Interessierten zu diesem Thema gibt. Ich empfinde die Aussage von Frank Hartmann als etwas überzogen und wenig hilfreich, das „Heizen mit Strom“ per se als „Schwachsinn“ zu titulieren. Richtig, es gab und gibt immer noch wahre „Stromfresser“. Jedoch finden sich gerade bei IR – Paneelen mittlerweile interessante Lösungen, die nicht auf dem oftmals verwendeten Wirkprinzip der Wärmeabstrahlung von elektrisch überhitzten Platten beruhen und sehr effizient betrieben werden können.
    PV – Anlagen: Meines Wissens nach wurde 2019 im Raum Rosenheim bei einem EFH eine 80% Energie- Autarkie aus der Kombination „PV- Anlage + Salzwasser-Stromspeicher + IR – Paneel“ erzielt. Dies soll als Beispiel dienen, dass auch in der mitteleuropäischen Klimazone bei richtiger Anwendung diese „PV – Heizung“ erfolgreich eingesetzt werden kann.
    Ich würde es gerade bei diesem wichtigem Thema sehr begrüßen, wenn das „Baubiologie- Magazin“ auch der Gegenseite eine Plattform für redaktionelle Beiträge bieten könnte. Eine kritische, aber ausgewogene Diskussion würde der Leserschaft eher die Möglichkeit geben, sich selber eine fundierte Meinung zu bilden.

  4. Pauschalurteile und Aussagen: „Heizen mit Strom ist unsinnig.“ sind weder zielführend noch zeitgemäß. Wir planen seit langem im Neubau Gebäude als Effizienzhaus 40plus. Als Heizung verwenden wir ausschließlich Infrarotelemente als Deckenelmente in Verbindung mit intelligenter Regelung. Die echten Praxisverbräuche unserer Kunden belegen, das das sinnvoll ist. An diesen Fakten ändern auch veraltete Pauschalaussagen nichts. Grob erklärt, warum das so ist:
    Neubauten brauchen immer weniger Wärme. Träge Flächenheizungen überhitzen häufig das Gebäude, so dass teure Wärme rausgelüftet werden muss. IR-Elemente reagieren sofort. D. h. Sonneneinstrahlung, kochen, etc. bewirkt sofortiges Abschalten der IR und Nutzung externer temporärer Wärmequellen.
    Weiterer Fakt: für die Investition einer Wärmepumpe bekommt der Kunde im Neubau eine IR-Heizung und eine PV-Anlage. Wir sollten aufgrund des geringen Wärmebedarfs heute den Gesamtenergiebedarf des Hauses vergleichen und nicht nur die Heizenergie. Der Kunde kann sich so eine PV-Anlage leisten, die ganzjährig den Hausstrom und Warmwasser unterstützt.
    Ergebnis in der Praxis: Gesamtenergieverbrauch der Kunden in unseren Häusern liegt bei durchschnittlich 4000kWh für IR-Heizen, Warmwasser und Hausstrom bei einer PV-Anlage, die im Jahr 6000kWh erzeugt. Bei gleicher Investition, also Wärmepumpe ohne PV läge dieser Kunde doppelt so hoch.
    Ist es dann noch seriös, dem Kunden eine Wärmepumpe mit Wandflächenheizung schönzureden, wenn sein Neubau kaum noch Wärme benötigt?
    IR sollte nicht blind überalll eingesetzt werden, macht aber in heutiger Zeit mehr als Sinn im Neubau.
    Moderne Zeiten erfordern intelligente Konzepte und nicht das Aufwärmen von Vorurteilen.
    Viele Grüße aus Wuppertal
    Frank Windmöller
    Baubiologe IBN

    • Vielen Danke für Ihren Kommentar.
      Das Problem ist doch und das wird im Artikel von Frank Hartmann auch beschrieben, dass das solare Angebot im Winter, also genau dann, wenn geheizt wird, nicht ausreichend ist (siehe Grafik zum Stromertrag Photovoltaikanlage). Zudem ist Strom, solange er noch vorrangig aus fossilen Energiequellen kommt (siehe Grafik zum „Ökostrom“ unten), oft noch „zu schade“ zum heizen. Ein Vorschlag in Güte: Es gibt Situationen (und auch das kommt im Artikel zum Ausdruck), wo das Heizen mit Strom Sinn macht, es gibt aber auch viele Situationen, wo man noch nicht mit Strom heizen sollte, zumindest solange wir noch nicht über deutlich mehr „Ökostrom“ verfügen. Letztendlich sollte man in jedem Einzelfall eine genaue Ökobilanz erstellen, welche Situation die beste ist.

  5. Für mich macht das Heizen mit Strom bis auf wenige Ausnahmen keinen Sinn.

    Gerade im Winter, wenn geheizt wird, gibt es wenig regenerativer Strom.

    Mit Strom zu Heizen bedeutet überwiegend fossile Brennstoffe einzusetzen mit der entsprechenden hohen CO2 Erzeugung.

    Strahlungswärme ja aber bitte nicht mit Strom.

  6. Vielen Danke für Ihre Kommentare zum Thema Infrarotheizung!
    In diesem Beitrag geht es jedoch vorrangig darum, ob Strom (v.a. im Winter) die richtige Energiequellen zum heizen ist, solange noch nicht genügend Strom aus erneuerbaren Energiequellen zur Verfügung steht. Es handelt sich also nicht um einen Fachartikel zum Thema Infrarotheizung, deshalb haben wir die wenigen Sätze hierzu aus dem Artikel herausgenommen. Gerne werden wir (IBN) uns um einen Beitrag zum recht komplexen Thema Infrarotheizung bemühen.

  7. @Jürgen Kurth. Können Sie uns mal erklären worin der Unterschied zwischen elktr. Infrarotheizung und wassergeführter Infrarotheizung liegt?

  8. @Frank Hartmann, ich danke dir für deine offenen und ehrlichen Worte mit denen jeder etwas anfangen kann! Bitte mehr davon.

  9. Es ist schon erstaunlich, dass Fachleute zum Thema Infrarotheizung falsche Informationen verbreiten.

    Die meisten etablierten Heizungsbauer sind nicht in der Lage die Infrarotheizung physikalisch richtig einzuordnen. Sie versuchen die Infrarotstrahlung mit ihren üblichen Methoden zu berechnen. Mit den methodischen Regularien für die allgemein übliche Konvektionsheizung geltenden Wärmelehre geht das nicht.

    Infrarotstrahlung ist eine elektromagnetische Welle. Deshalb kann sie mit Wärmeleitung und Wärmeströmung nicht gleichgesetzt werden. Man begeht damit methodisch einen gravierenden Fehler. Natürlich ergeben sich daraus völlig falsche Ergebnisse, die mit der Praxis absolut nicht übereinstimmen.

    Infrarotstrahlungsheizung

    Hier wird unterschieden in Halbraumstrahlung und Hohlraumstrahlung. Ein Innenraum gilt als idealer Hohlraum, da die langwellige Wärmestrahlung (Infrarot C) normales Glas nicht durchdringt. Die mit Lichtgeschwindigkeit sich ausbreitende Strahlung wird somit zum größten Teil von allen umliegenden Flächen absorbiert, (ca. 0,90 bis 0,92) und führt durch Strahlungsausgleich zu gleichmäßig temperierten Raumoberflächen. Dies bedeutet, dass die abgegebene radiative Wärmeleistung (Hohlraumstrahlung) höher ist, als die aufgenommene Stromleistung. Es kann ein Verhältnis cirka 1.6 zu 1,0 angesetzt werden. Dieses Phänomen verstehen die meisten Menschen nicht. Es wird mehr Energie abgegeben, als verbraucht wird. Das hat mit einem Perpetuum Mobile nichts zu tun.

    Fakten:

    Es handelt sich bei Infrarotstrahlung um quantenmechanische Wärmeübertragungs-Vorgänge, die mit der klassischen Wärmelehre, der Thermodynamik, nicht vergleichbar sind.
    Deshalb wird von vielen herkömmlichen Heizungsfachleuten, mangels besseren Wissens der Physik, dieses Phänomen angezweifelt.
    Hierdurch kommt es zu vielen falschen Behauptungen und Beurteilungen gegenüber Infrarotheizsystemen.
    Eine Untersuchung von Elektroheizungen durch Dipl. Physiker G. F. Hoedtke ergab einen 64,7 % höheren Stromverbrauch von Nachtspeicherheizungen gegenüber Infrarotheizungen.

    Leider wird das Infrarot-System mit allen seinen Vorteilen dem Endverbraucher von der konventionellen Heizungslobby verschwiegen oder mit falschen Argumenten ausgeredet.

    Die Baufachleute und auch die Endverbrauchen, die ja alles bezahlen müssen, sollten sich besser informieren lassen.

    Das Münchener „IFO-Institut für Wirtschaftsforschung“ ist nach einem Kostenvergleich verschiedener Energieträger für die Wohnraum Beheizung zu dem Ergebnis gekommen: Strom schneidet am besten ab. Die Raumluft ist kühler als die Wand, Decken und Bodenflächen, Dadurch kommt es nicht mehr zur Feuchte Niederschlag auf den Wänden. Es wird eine gleichmäßige Luftfeuchtigkeit von ca. 55% erreicht.

    Für diese Art der Beheizung bedeutet das: Einmal trockene Wände immer trockene Wände!

    Was für das Infrarotheizsystem spricht:

    Die Einstellung des Raumthermostaten kann 3° C niedriger gewählt werden als bei herkömmlichen Heizsystemen. Die gefühlte Raumtemperatur wird dabei um 3° C höher vom menschlichen Körper empfunden.
    Da jedes Grad Temperatur mehr verursacht einen Mehrverbrauch von ca. 7 % Energie, werden hier schon 21 % des Energieaufwandes eingespart.
    Schimmelbildung in den Wohnräumen wird verhindert, bzw. vorhandener Schimmel wieder abgebaut.
    Infrarotheizung ist das ideale Heizsystem für Allergiker, da keinerlei Zimmerthermik durch den Raum zieht.
    Die Kosten sind bei den heutigen Energiepreisen für den Verbraucher mindestens 30 bis 50% günstiger als bei modernen Öl/Gasheizungen.
    Wird selbst erzeugter Strom aus Photovoltaik oder Miniwindkraft verwendet, entstehen außer der Investition für die Stromerzeuger keine weiteren Kosten.

    Alle diese Faktoren sprechen für den Einsatz von Infrarotheizungen

  10. Ein sehr guter Artikel. Wir müssen uns fragen, wo gerade im Winter der ganze Strom herkommen soll! Aus erneuerbare Energien ist das noch viele Jahre praktisch unmöglich.

    • Für eine Wärmestrahlung ist es unerheblich ob die Wärme von einem Heizkörper mit Warmwasser oder einem anderem Medium kommt.
      Wichtig ist jedoch die Art des Heizkörpers und die Stelle an der der Heizkörper angebracht ist. Das macht dann den Unterschied zwischen Konvektionswärme und Strahlungswärme.
      Da es hier im Forum um die Nutzung von Strom, Gas usw. für Heizungszwecke geht, soll hier lt. Admin das Thema Infrarotheizung nicht weiter vertieft werden.
      Leider kann ich hier auch keinen Link setzen um das Thema Infrarotheizung eingehender zu bearbeiten. Dieser würde sofort gelöscht wegen eventueller Werbung.
      Doch mein Name steht unter dem Bericht. Jürgen Kurth gibt es viele, gesund wohnen und leben nicht.

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