Baubiologische Beratungsstelle IBN:
Erfolgsgeheimnis Lehmbau GmbH
88693 Deggenhausertal
Kurzbeschreibung & Kontakt

Holger, deine Firma heißt ‚Erfolgsgeheimnis Lehmbau‘. Wie kommt es zu diesem Namen?

Lehm als Baustoff ist für uns Menschen seit Jahrtausenden ein Erfolgsgeheimnis für gesundes und natürliches Wohnen. In allen Kulturen der Welt hat Lehm eine tragende Rolle gespielt, die einfach wiederentdeckt werden darf, um nachhaltig eine lebenswerte Zukunft zu erschaffen. Über ganz viele Generationen ist meine Familie im Bauhandwerk tätig und deswegen liegt mir das Handwerk im Blut. Bereits als junger Zimmerer habe ich mich leidenschaftlich mit traditionellen Bauweisen beschäftigt, da diese einfach eine so lange anhaltende Erfolgshistorie haben, wie der Bau mit Stein, Holz und natürlich Lehm. Das Handwerk der Altbausanierung habe ich als Geselle in der Firma Adi Hummel lernen dürfen, welches sich auf historische Gebäude, Kirchen und den Denkmalschutz spezialisiert hat. Auch während meines Studiums zum Bauingenieur habe ich mich diesbezüglich weitergebildet und war mit meinem späteren Partner Alban Stolz im Jahr 2005 in ein Projekt der Forschungsgruppe „GrAT“ der TU-Wien involviert. An dem S-Haus, einem Strohballenhaus durften wir mitwirken und viel mit Holz, Stroh und vor allem Lehm arbeiten. Dabei entstand unsere gemeinsame Vision, ein Unternehmen zu gründen, welches ausschließlich mit baubiologischen Materialien arbeitet.

Wie verwendet ihr Lehmbaustoffe heute?

Wir setzen diese sowohl beim Sanieren und Modernisieren in älteren Gebäuden ein, wie auch in ganz modernen Objekten, in denen Lehm besonders mit seiner Optik und Haptik punkten darf. Die Oberflächen und Farben bieten eine riesige Auswahl an Möglichkeiten.

Schlafzimmer
(1) Mit Lehm erzeugt Holger Längle Atmosphäre – im Hotel Hirsch in Hüttenreute mit einer strukturierten und leicht geglätteten Oberfläche

Was ist dein Lieblingsbaustoff unter den neuen Lehmprodukten?

In alle unsere Gebäude bauen wir Flächenheizungen ein. Diese können sowohl an der Wand und Decke mit Nasslehm ausgeführt werden, wie auch mit Lehmbauplatten, in denen die Heizung bereits integriert ist. Besonders im Holzbau machen die Trockenelemente viel Sinn, da sie Heizung und Putzträgerplatte für den Lehm in einem sind.

Wie meinst du, entwickelt sich der Lehmbau in Zukunft?

Ich glaube an das Wachstum des Lehmbaus. Zum einen vor dem traurigen Hintergrund einer steigenden Klimaerwärmung. Lehm hat die unglaubliche Gabe, Temperaturen zu regulieren. Besonders über die integrierte Flächentemperierung mit Wasser als Medium kann im Sommer gekühlt werden und im Winter geheizt. Zum anderen wächst das Bewusstsein der Menschen für nachhaltige Baustoffe enorm.

(2) Das alte Fachwerk war mit Feldsteinen und Ziegeln ausgemauert und ganz grob mit Kalkputz verputzt. Nun ergänzen es ebenso gesunde und schöne Baustoffe
(3) Erfolgsgeheimnis Lehmbau macht Baugeschichte sichtbar: die Ziegel im neuen großzügigen Wohnraum erzeugen Identität
(4) Temperierte Außenwand: angenehme Wärme durch flächige Wandheizung auf dämmender Holzfaserplatte

Warum hast du dich als Zimmerer, Bauingenieur und Diplom-Projektmanager zum Baubiologen weitergebildet?

Der ganzheitliche Ansatz des Fernstudiums der Baubiologie war das Tragende für mich. Es bietet einen ganzheitlichen Überblick zu allen wesentlichen Themen. Es war für mich die nachhaltigste Fortbildung die ich je gemacht habe und dies soll etwas heißen, da ich mich seit meiner Jugend jährlich über Fortbildungen weiterbilde.

Welche Fortbildung hast du zuletzt besucht?

Ich war beim Jahrestreffen der Baubiologischen Beratungsstellen IBN, bei welchem auch immer aktuelle Themen der Baubiologie vorgestellt werden.

Seit wann führst du eine Beratungsstelle?

Alban und ich haben 2010 unsere Ausbildung zum Baubiologen IBN abgeschlossen und kurz später die Beratungsstelle eröffnet.

Was bearbeitest du als Baubiologische Beratungsstelle IBN hauptsächlich?

Wir unterstützen unsere Bauherren in allen Phasen rund um das Bauen. Sei es eine Immobilienbewertung vor dem Kauf, eine Generalsanierung mit Schadstoffentfernung, Planung und Ausführung im Neubau oder Untersuchungen bei Allergien.

Profitierst du dabei vom Netzwerk der Baubiologen?

Auf alle Fälle. Mit den anderen Beratungsstellen pflegen wir einen regen freundschaftlichen und kollegialen Austausch. Dafür bin ich sehr dankbar.

Wie ist deine weitere Zusammenarbeit mit dem IBN?

Wir werden regelmäßig über neue Studien und Produkte informiert und stehen in ständigem Kontakt. Anfang 2020 durfte ich das erste Mal als Referent bei der Ausbildung neuer Baubiologen mit dabei sein. 

Hast du weitere wichtige Kooperationspartner?

Wir arbeiten mit Architekten, Planern und beim Bau von neuen Vollholzhäusern mit meinen Freunden von holzius. Des Weiteren mit Naturbaustoffherstellern. Wir sind sowohl Verarbeiter wie auch Händler.

Habt ihr einen eigenen Baustoffhandel?

Ja. Kunden, die gerne etwas selber machen wollen, beziehen Naturbaustoffe von uns.

Leitet ihr eure Kunden auch bei der Arbeit an?

Ja, ich führe auch Baustellenseminare durch. Gerade habe ich in einem Fachwerkhaus drei interessierte Familien für Lehm begeistern dürfen. Wir haben einen ganzen Tag miteinander verbracht, verschiedene Lehmputze ausprobiert, Fachwerke und Innendämmung angeschaut. Bei einer Familie haben wir mit den Arbeiten begonnen, die anderen Familien haben Materialien erhalten.

(5) Für Bauherren und Handwerker gibt es Schulungen und Unterstützung zur Selbsthilfe. Hier wurde der Grundputz auf der Innendämmung aus Schilf mit der Maschine aufgetragen
(6) Holger Längles großer Erfahrungsschatz beim Verarbeiten von Lehmprodukten im Alt- und Neubau kommt Bauherren zugute

Was sind die Arbeitsschwerpunkte in deiner GmbH?

Es gibt nur einen Schwerpunkt und der heißt baubiologisches Bauen. Wir führen alle Neu- und Altbauten baubiologisch aus.

Was rätst du, wenn ein Bauherr zwar ein gesundes Haus, aber möglichst günstig bauen will?

Da Geld genauso eine Ressource ist, bin ich dafür zu begeistern auch diese sehr klug einzusetzen. Baubiologisch zu bauen bedeutet nicht sofort teuer zu bauen und konventionell zu bauen bedeutet nicht automatisch günstig zu bauen. Das wichtigste sind die Werte. Sind diese definiert und auf gesundes Bauen ausgerichtet, kann auch mit kleinerem Budget toll gearbeitet werden. Sei es über Eigenleistung oder bei der Auswahl der Materialien. Muss es unbedingt ein Schlossparkett in antiker Eiche für 280 €/m² sein oder macht mich ein anderer Massivholzboden für 40 €/m² genauso glücklich?

Wie kann man noch gut sparen als Bauherr?

Mit einfacher Architektur. Ich würde immer darüber nachdenken, was die Architektur leisten soll und für wie lange.

Baust du auch schlüsselfertig?

Ja, das ist seit zehn Jahren ein Trend für uns, im Neubau und der Sanierung. Das liegt daran, dass die Bauherren und die Banken schlussendlich wissen möchten, wie viel am Ende bis zum Bezug ausgegeben wird.

Was ist aktuell dein schönstes Projekt?

Ich bin in jedes einzelne Objekt verliebt. Zu 110 %.

Vielen Dank für das Interview!

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  1. Tolle Arbeit! Mit Holz und Lehm kommt sogar schon über die Bilder eine so gemütliche Wohlfühlatmosphäre rüber. Da bekommt man richtig Lust auf gesundes Wohnen. Ich wünsche noch ganz viele weitere Jahre Erfolg mit dieser wertvollen Arbeit.
    Christine Ehm

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