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Grün statt grau: Initiative gegen die Versteinerung von Vorgärten 

Die Verbände und Fachbetriebe des Garten- und Landschaftsbaus sollen Kundenwünschen nach Kies- und Schottergärten mit guten Argumenten entgegentreten. 

„Pikant ist, dass viele Straßenzüge in Neumünster ein Beispiel dafür sind, wie man es nicht machen sollte. Wenn man hier durch Wohngebiete fährt, findet man in den Vorgärten zahlreiche Steinwüsten mit Alibigehölzen vor. Grün sucht man vielerorts vergebens“, berichtete der Geschäftsführer des Fachverbands Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Schleswig-Holstein (FGL S.-H.), Achim Meierewert. „Schleswig-Holstein ist eigentlich ein grünes Land. Aber auch hier breitet sich der Negativtrend, Grün aus den Gärten zu verbannen, besorgniserregend aus. Dem wollten wir entgegenwirken.“ 

Praxis statt Theorie: Naturgetreu gestaltete Gärten als Positiv- und Negativbeispiel

Gut erreicht hat der FGL S.-H. die Besucher der Messe „NordBau“ 2018. Und zwar mit einem Positiv-Negativ-Szenario, das ins Auge fiel und zum Nachdenken anregte. Wer sich dem 65 Quadratmeter großen Stand der Landschaftsgärtner näherte, sah bereits von Weitem eine klassische Reihenhausituation in Form zweier Hausfassaden, fotografisch festgehalten und inszeniert auf einer großen Fotowand an der Rückseite der Standfläche. Vor den Fassaden: Zwei Vorgärten, die Mitgliedsbetriebe des 

FGL S.-H. naturgetreu gestaltet hatten. Der kleinere Garten war das Negativbeispiel: Eine versteinerte Fläche, die – mit Ausnahme einiger Formgehölze – ausschließlich aus Steinplatten und Schotter bestand. Der größere Garten zeigte anschaulich, wie schön sich ein mit Hecken, Sträuchern und Stauden bepflanzter Vorgarten präsentiert. Meierewert: „Uns war es wichtig zu verdeutlichen, dass ein verkieselter Vorgarten nicht automatisch pflegeleichter ist als ein bepflanztes Pendant. Deshalb spross zwischen den Kieseln auch Unkraut hervor, und Laub lag herum. Wir wollten mit dem weit verbreiteten Irrglauben aufräumen, dass man in einem Steingarten nichts tun muss. Die Natur bahnt sich immer einen Weg, und warum dann nicht gleich selbst für eine ansprechendes, pflegeleichte Begrünung sorgen anstatt ständig zwischen Steinen Unkraut zu zupfen und Laub zu harken?“

(1) Ein verkieselter Vorgarten ist nicht zwangsläufig pflegeleichter als ein bepflanzter Garten: Diese Botschaft untermauerte der FGL S.-H. unter anderem durch gefallenes Laub im Steingarten und eine pflegeleichte bodendeckende Bepflanzung im grünen Garten. Foto: FGL S.-H.
(2) Kreative Details zogen die Aufmerksamkeit der Messebesucher auf die Sonderschau der schleswig-holsteinischen Landschaftsgärtner. In der Beratungsecke lieferten die Experten überzeugende Argumente für mehr Grün in Vorgärten. Foto: FGL S.-H.

Überzeugte Besucher: Argumente für Grün trafen den Kern der Zielgruppe

Die Botschaft kam an und lockte während der fünf Messestage zahlreiche Gäste und Besucher an den Stand des FGL S.-H. So auch Christina Herbst, Staatssekretärin für ländliche Räume und Kommunenim schleswig-holsteinischen Innenministerium, die die Garten-Experten für ein Gespräch aufsuchte. Aberauch viele Privatleute ließen sich für einen grünen Vorgarten begeistern: „Etwa 90 Prozent der Standbesucher haben sich spontan dem bepflanzten Garten zugewandt, ihn betreten und uns konkret nach bestimmten Pflanzen gefragt. Wir konnten ihnen die Angst vor einem zu großen Pflegeaufwand nehmen, indem wir zum Beispiel gezeigt haben, dass eine bodendeckende Bepflanzung weitaus weniger pflegeintensiv ist als ein verkieselter Garten, in dem jedes Unkraut und Laubblatt auffällt“, berichtete Markus Prehn von Unternehmen, Tulpe Garten- und Landschaftsbau, der als Vizepräsident des FGL S.-H. am Stand präsent war. Allerdings gäbe es auch gänzlich beratungsresistente Grundstücksbesitzer, bei denen die Argumentation pro Grün nicht die geringste Chance habe, so Prehn. „Bei diesen Leuten beißt man, um in der Metaphorik der versteinerten Gärten zu bleiben, auf Granit. Zum Glück bildete diese Gruppe auf der NordBau aber die klare Minderheit.“

Quelle: Fachverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Schleswig-Holstein e.V., 9/2018

Literatur rund um gesundes Bauen und Wohnen:
➔ baubiologie-shop.de

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