ANTWORT

Gussasphaltestrich ist ein bitumengebundener Estrich. Einem Füllstoffgemisch aus Steinmehl, Sand und Splitt in der Größenordnung 1 : 2 : 2 wird als Bindemittel etwa 8 % Bitumen in heißem Zustand zugegeben, homogen gemischt und bei etwa 250 Grad Celsius flüssig eingebracht.

Gussasphaltestrich bringt einige Vorteile mit sich: Er ist wasserfrei (man bringt also keine Feuchtigkeit ins Gebäude), trittschalldämmend (geringe Schalllängsleitfähigkeit durch „gummistabartiges Verhalten“) und kann bereits nach wenigen Stunden begangen und belegt werden.

Das Bindemittel Bitumen wird zwar aus Erdöl gewonnen, darf aber nicht mit dem Bindemittel Teer verwechselt werden, dessen Emissionen als stark gesundheitsgefährdend gelten.

Im heißen Zustand, also z. B. während der Verarbeitung, muss dennoch mit gesundheitsgefährdenden Emissionen aus dem Bitumenanteil gerechnet werden. Schutzmaßnahmen nach technischem Regelwerk sollten deshalb penibel eingehalten werden.

Im kalten Zustand sind uns jedoch keine nennenswerten toxische Ausdünstungen bekannt. Eingebauter Gussasphalt ist somit nach derzeitigem Erkenntnisstand nicht gesundheitsschädlich.

Aus ganzheitlicher Sicht (Ökobilanz, mögliche gesundheitliche Gefährdung v. a. der Handwerker) sollten Sie dennoch prüfen, ob ein alternativer Fußbodenaufbau z. B. mit Trockenestrich oder ein Holzboden möglich ist.

Diese Frage beantwortete Ihnen Josef Frey
Institut für Baubiologie + Nachhaltigkeit IBN

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  1. Hallo,

    Wir wollen ein Haus mit Baujahr 1970 sanieren und haben in den meisten Räumen Gussasphaltestrich unter dem Parkett. Ich habe mal eine Probe analysieren lassen. Das Ergebnis: 2,25 PAK (EPA) mg/kg
    Jetzt ist die Frage ob man das komplett entfernt oder drinnen lässt.
    Wie kann man das bezogen auf die Gesundheitsschädlichkeit bewerten?
    Danke im Voraus & Viele Grüße
    Paul S.

    • Bei den beschriebenen Emissionen geht es um Emissionen während der Verarbeitung, also um ca. 250 Grad Celsius. Mit Fußbodenheizungen werden heute i.d.R. Temperaturen von maximal 60 °C erreicht, meist deutlich darunter. Auch in diesem vergleichsweise niedrigen Temperaturbereich sind uns keine nennenswerten toxischen Ausdünstungen bekannt.

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