ANTWORT

Ältere Magnesitestriche und Holzbetonestriche (auch als Industrieestriche bezeichnet) können Asbest enthalten. Damit Sie Sicherheit haben, sollten Sie eine Estrichprobe fachgerecht überprüfen lassen. Falls Ihr Estrich Asbest enthält, sollten Sie ergänzend in den betreffenden Räumen auch Oberflächen-, Staub- oder Luftmessungen auf Asbestfasern durchführen lassen. 

Asbestfasern in Estrich sind fest gebunden. Deshalb schreibt der Gesetzgeber in diesem Fall keine Sanierung vor, solange der Estrich nicht von Baumaßnahmen betroffen ist und/oder wesentliche Zerstörungen vorliegen. Sollten Sie also auf eine Asbestsanierung verzichten wollen, raten wir dennoch zu folgenden Vorsorgemaßnahmen: Risse mit geeigneter Spachtelmasse und Fugen z.B. hinter Fußleisten fachgerecht verschließen. Da es an der Oberfläche durch Abrieb zu Freisetzung von Asbestfasern kommen kann, Estrich mit Belag versehen wie z.B. Fliesen, Kork oder Linoleum. Eine preiswertere Lösung bieten Estrich-Versiegelungen, diese können aber gesundheitlich bedenkliche Inhaltsstoffe enthalten.

Bild: AdobeStock, Anke Thomass

Übrigens können auch andere alte Baustoffe, wie z.B. Putze, Fliesenkleber oder Spachtelmassen Asbest enthalten. Bei Sanierungen ist Vorsicht also generell geboten!

Laut TRGS 519 (Technische Regeln für Gefahrstoffe) müssen Abbruch-, Sanierungs- oder Instandhaltungsarbeiten auch an fest gebundenen asbesthaltigen Produkten von hierfür qualifizierten Fachbetrieben durchgeführt werden. Entsprechend müssen bei allen Probeentnahmen, Bauarbeiten oder Beschädigungen auch Arbeitsschutz-Maßnahmen wie z.B. Atemschutz oder Staubsauger mit Schwebstaub-Feinfilter der H-Klasse berücksichtigt werden.

Wir raten Ihnen, sich mit einer/einem unserer Baubiologischen Messtechniker/innen IBN in Verbindung zu setzen!

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  1. Guten Tag. Bei uns wurde Asbest im Estrich festgestellt. Wir möchten die elektrische Fußbodenheizung austauschen und durch eine wasserbetriebene ersetzen. Dafür wird in den bestehenden Estrich gefräst, um die neuen Heizschlaufen zu verlegen.
    Ist dies zulässig mit dem bestehenden Asbestnachweis im Estrich.

    • Das einfräsen von Nuten für Heizschlaufen ist unseres Erachtens klar als Baumaßnahme zu werten. Deshalb dürfen Sie entsprechend den weiteren Ausführungen im Beitrag keine Nutzen in den bestehenden asbesthaltigen Estrich fräsen lassen. Stattdessen müssen Sie den Estrich unter Beachtung der Technischen Regeln für Gefahrstoffe (TRGS 519) von einem hierfür qualifiziertem Fachbetrieb (Nachweis vorlegen lassen!) ausbauen und entsorgen lassen und dann einen neuen Estrich verlegen oder alternativ einen Fußbodenaufbau im Trockenverfahren verlegen lassen (Beispiel für Fußboden im Trockenverfahren siehe z.B. https://baubiologie.de/fussboeden).

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