Bernd Kinze ist Baubiologischer Messtechniker IBN mit langjähriger Erfahrung. In Wohnungen und Häusern hat er deshalb schon Vieles gesehen, was Krankheiten auslösen kann. Umso wertvoller sind seine Tipps:

1. Waschmaschine

Zur Grunddesinfektion sind folgende Maßnahmen zu empfehlen:

  • Einfüllschacht mit einer Spülbürste und einem haushaltsüblichen Reinigungsmittel gründlich reinigen und mit einem Desinfektionsmittel auf Alkoholbasis (z.B. Impressan) desinfizieren.
  • Zuerst Leerlauf-Waschgang mit > 95°C und anschließende komplette Entleerung der Waschmaschine.
  • Dann Leerlauf-Waschgang bei > 95°C mit einem chlorhaltigem Hygienereiniger (z.B. DanKlorix, ca. 450-500 ml) zur Desinfizierung (bitte dabei Türe schließen und Fenster öffnen!) und nochmaliger kompletter Entleerung.

Nach jedem Waschvorgang sollte die Waschmaschine und der Einfüllschacht zur Austrocknung geöffnet werden, um weiteren Pilzbefall vorzubeugen.

Hinweise: Wenn Sie die Waschmaschine und den Einfüllschacht zum Trocknen immer öffnen, ist eine Behandlung der Waschmaschine mit einem chlorhaltigem (und Abwasser belastendem!) Hygienereiniger nicht mehr notwendig. Nach Möglichkeit ist 95°-Wäsche zu bevorzugen, wobei neuere Waschmaschinen diese Option teilweise nicht mehr bieten.

(1) Waschmaschine – verkeimter Einfüllschacht
(2) Waschmaschine innen
(3) Kühlschrank – Tauwasserschale auf der Rückseite
(4) Spülmaschine – Sieb
(5) Kaffeemaschine – Sammelbehälter
(6) Wasserfilter – braun verfärbt

2. WC und Siphons

Als einmalige Sofortmaßnahmen sollten das WC und die Siphons an Wasch-, Spül-, Ausguss-, Dusch- und Badewannen z.B. mit Domestos gründlich desinfiziert werden.

Das regelmäßige Spülen der Siphons an Wasch-, Spül-, Ausguss-, Dusch- und Badewannen mit kochendem Wasser (nicht beim WC) ist eine wirksame und ökologisch sinnvolle Maßnahme.

3. Kühlschrank

In die Tauwasserschale des Kühlschranks sollten 1-2 x jährlich 2 Esslöffel Essigessenz über die Abtaurinne innerhalb des Kühlschranks eingefüllt werden. Der Kühlschrank ist peinlich sauber zu halten. Die Oberflächen sollten mit unverdünnter Essigessenz gereinigt werden (Schutzhandschuhe tragen).

4. Spülmaschine

Die Spülmaschine sollte mit einem speziellen Spülmaschinenreiniger auf Zitronensäurebasis gründlich desinfiziert werden. Für die regelmäßige Reinigung ist ein Dampfreiniger gut geeignet.

5. Kaffeemaschine

Täglich das Trinkwasser im Tank erneuern und den Sammelbehälter leeren, reinigen und gut trocknen. Alle herausnehmbaren Teile wie z.B. die Brüheinheit entspr. den Angaben in der Bedienungsanleitung mindestens einmal pro Woche von Hand mit klarem Wasser reinigen und gut trocknen, bevor sie wieder eingebaut werden. Entkalkungs- und Reinigungsprogramme entspr. den Angaben im Display bzw. der Bedienungsanleitung konsequent durchführen. Bei Schimmelbefall müssen alle Bauteile desinfiziert werden.

6. Trinkwasser-Rückspülfilter

Spülen Sie Ihren Trinkwasser-Rückspülfilter (i.d.R. neben Hauswasseranschluss) 4 x pro Jahr (Lesetipp: Trinkwasserfilter im Haushalt – Fluch oder Segen?). Falls Sie einen Trinkwasserfilter mit Filterelementen haben, tauschen Sie diese 1 x pro Jahr aus.

7. Zahnbürste

Die Zahnbürste sollte öfter gewechselt (min. 4 x jährlich) und besonders bei Befall mit Hefepilzen öfter (jeden 3. Tag) kurz in kochendes Wasser getaucht werden. Die Zahnbürste ist mit der Bürste nach oben im Raum aufzustellen, damit eine Austrocknung möglich ist.

Was sonst noch beachtet werden sollte

Weiterhin ist es empfehlenswert, alle aufgeführten Objekte stets peinlich sauber zu halten, regelmäßig (2 x jährlich) mechanisch zu reinigen und zu desinfizieren (z.B. mit Domestos).

Grundsätzlich sind auf Dauer chemische Mittel zu vermeiden (Literaturtipp: Fünf Hausmittel ersetzen eine Drogerie). Zur Erstdesinfektion sind sie aber meist unvermeidlich. Die verwendeten Mittel sollten gewechselt werden, damit eine Resistenz der Keime, Bakterien und Pilze vermieden wird.

Hitze > 95° ist ein hervorragendes Mittel zur Desinfektion bei Hefepilzen.

Dampfreiniger sind besonders zur Flächendesinfektion und für die Spülmaschine, Edelstahlspüle und Waschmaschine gut geeignet. Aber Vorsicht bei beschichtetem Porzellan (Waschbecken, WC, Bidet, etc.), erst beim Hersteller anfragen, ob die Beschichtung hitzebeständig ist.

Leser-Interaktionen

Ihre Meinung ist uns wichtig

  1. In aller Freundschaft, nicht alle Tipps sind ökologisch einzustufen. Regelmäßige gründliche Reinigung (die Fotos zeigen eher drastisch, dass es um sanitäre Übelstände handelt, nicht um normalen Umgang mit Haushaltsgeräten und Anlagen) ersetzt Desinfektion praktisch überall im Haushalt. Chlorhaltige Desinfektion sollte jedenfalls ein Tabu bei ökologischen Empfehlungen sein. Essigessenz kann zu Verätzungen und Materialschäden führen und sollte im normalen Haushalt vermieden werden, insbesondere da die Chemikalien oft nicht ausreichend sicher gelagert werden.

    • Vielen Dank, dass Sie ergänzend zu entsprechenden Hinweisen noch mal darauf hinweisen, dass regelmäßige Reinigung und die Beachtung allgemein bekannter hygienischer Grundregeln sehr wichtig ist. Allerdings zeigt leider die Praxis, dass dies nicht immer ausreicht. Der Autor dieses Beitrags Bernd Kinze hat in seinem Leben hunderte Haushaltsgeräte und -gegenstände auf gesundheitsschädliche Hefepilze untersucht und fand in ca. 15 % aller Proben kritische Hefepilze und in ca. 90 % aller Proben Schimmelpilze und Bakterien; auch wir und andere Baubiologische Messtechniker*innen kommen zu ähnlichen Ergebnissen. Und da sind durchaus viele Fälle dabei, bei welchen die Betroffenen sehr auf Hygiene achten. Der Fokus dieses Artikels ist darauf gerichtet, den Betroffenen Tipps zu geben. Klar sollte uns allen sein, dass man für die Umwelt schädliche bzw. aggressive Desinfektionsmittel möglichst vermeiden und im Bedarfsfall damit so sparsam wie möglich umgehen sollte. Leider geht es im Ernstfall nicht immer ohne chlorhaltige Desinfektionsmittel. Hierzu empfehlen wir den vom Autor Bernd Kinze ergänzten Kommentar vom 12.12.2020 (siehe Kommentare am Beitragsende).

  2. Der Titel “7 Tipps gegen Schimmel und Bakterien im Haushalt” lässt anderes vermuten, als im Artikel steht. Was ich vermisse, ist, dass hier auch über Luftfeuchtigkeit, Lüften, Oberflächentemperaturen, Wärmebrücken und Baustoffe informiert wird.

  3. Moin,

    gute Tipps, jedoch auch bei bei einer Biokläranlage ????

    “…. mit einem chlorhaltigem Hygienereiniger (z.B. DanKlorix, ca. 450-500 ml) zur Desinfizierung ”

    Wir verwenden “Zitronensäure” als Granulat von z.B. Kreidezeit.

    Gute Zeit!

    • Leider hilft Zitronensäure nicht, um Hefe- und Schimmelpilze zu beseitigen.

      Bei meinen insgesamt rund 300 Beprobungen von Waschmaschinen (Abstriche auf Nährböden und Auswertungen im Labor), wurden in ca. 15 % aller Proben kritische Hefepilze und in ca. 90 % aller Proben Schimmelpilze und Bakterien nachgewiesen; auch andere Baubiologische Messtechniker*innen IBN kamen zu ähnlichen Ergebnissen.
      Um Hefe- und Schimmelpilze zu beseitigen, hatte Zitronensäure keinen oder nur einen sehr geringen Erfolg. Im Gegenteil, viele Pilze lieben ein saures Milieu und wachsen dann besser. Einen gewissen Erfolg hatten 95°C Waschvorgänge mit “normalem” Waschpulver (nicht Flüssigwaschmittel).

      In einer Waschmaschine befinden sich etliche Bauteile (Schläuche, Kammern, Luftpolster, etc.), die nur durch das entstehende Chlorgas desinfiziert werden. Weiterhin sollte geprüft werden, ob Zitronensäure zum Reinigen für eine Waschmaschine von Seiten der Hersteller überhaupt zugelassen ist, Essigessenz z.B. ist es nicht.

      Tipp bei einer Biokläranlage: Das entstehende chlorhaltige Abwasser in einem separaten Behälter auffangen, 5 Tage stehen lassen, spätestens dann ist das restliche Chlorgas verdampft und kann dann in der Anlage entsorgt werden. Eine Desinfektion mit einem chlorhaltigen Mittel ist nur bei einem massiven Befall erforderlich. Wird eine Waschmaschine allerdings “richtig” betrieben, also u.a. unter Berücksichtigung der im Artikel beschriebenen Tipps, ist damit allerdings i.d.R. nicht zu rechnen.

      Wichtig ist, dass nach Beendigung der Waschvorgänge die Wäsche schnell aus der Waschmaschine genommen wird und der Einfüllschacht sowie die Waschmaschinentüre geöffnet werden. Auf diese Weise kann die WM austrocknen und ein erneuter Befall verhindert oder stark verzögert werden. Auch das regelmäßige Reinigen des Filters (2x im Jahr) trägt zur Hygiene von Wäsche und
      Waschmachine bei. Denn dabei wird das in der Waschmaschine und im Filterschacht befindliche Restwasser (ca. 0,3 – 0,5 Liter) wieder mal entsorgt (Geruchsprobe am Restwasser machen).

      Dabei denke ich auch an viele Anrufe mit dem Hinweis “meine Wäsche riecht, was kann ich tun”? Oder ich komme als Baubiolge in den Waschkeller (mache ich bei jeder Schlafplatzmessung) und man riecht schon beim Öffnen der Waschkellertüre die verkeimte Waschmaschine.

      Viel Erfolg und viele Grüße
      Bernd Kinze

  4. Spülmaschine: die Filter müssen regelmäßig unter heißem Wasser ausgeschrubbt werden.
    Eine Reinigungspille tut das nicht. – ich hab die scheußlichsten Filter gesehen!

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